Werkzeugdiebstahl auf Baustellen ist ein weit verbreitetes Problem, das oft unterschätzt wird. Er ist selten das Ergebnis spektakulärer Einbrüche durch professionelle Diebesbanden, die hochgesicherte Tresore knacken. Vielmehr ereignet sich der Diebstahl meist unspektakulär und unauffällig im hektischen Baustellenalltag, was ihn besonders heimtückisch macht. Oftmals sind es Gelegenheitsdiebe oder Personen, die Zugang zur Baustelle haben, die die Gunst der Stunde nutzen.
Die typischen Szenarien, in denen Werkzeug entwendet wird, sind vielfältig und doch erschreckend alltäglich. Ein häufiges Problem ist die mangelnde Sicherung von Werkzeugen über Nacht. Sie werden nach Feierabend einfach offen auf der Baustelle liegen gelassen, ohne dass sie in einem gesicherten Raum oder Container verstaut werden. Dies schafft eine leichte Beute für jeden, der das Gelände betritt. Ein weiteres Einfallstor bieten Container, die zur Aufbewahrung dienen, aber lediglich mit unzureichenden oder leicht zu manipulierenden Schlössern gesichert sind. Diese bieten kaum Widerstand und sind für Diebe schnell zu überwinden.
Erschwerend kommt hinzu, dass auf vielen Baustellen ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Fremde Handwerker, Lieferanten oder Subunternehmer haben oft freien Zugang zu verschiedenen Bereichen. In diesem regen Treiben bemerkt kaum jemand, wenn ein Werkzeug seinen Platz wechselt oder gänzlich verschwindet. Die hohe Fluktuation von Personen und Material macht es nahezu unmöglich, den Überblick zu behalten, wer wann welches Werkzeug benutzt oder gesehen hat.
Das wirklich Tückische an dieser Art von Diebstahl ist jedoch die späte Entdeckung. Selten wird der Verlust sofort bemerkt. Oftmals vergehen Tage, manchmal sogar Wochen, bis ein fehlendes Werkzeug auffällt – meist dann, wenn es dringend benötigt wird. Zu diesem Zeitpunkt sind wertvolle Stunden oder Tage vergangen, und die Spur der Diebe ist längst kalt. Eine nachträgliche Aufklärung oder das Wiederbeschaffen der gestohlenen Gegenstände wird dadurch extrem schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Dies führt nicht nur zu finanziellen Verlusten durch den Ersatz der Werkzeuge, sondern auch zu Verzögerungen im Bauablauf und Frustration bei den Mitarbeitern.